Warum die zulässige Tragkraft mit der Hubhöhe abnimmt

2026-10-09

Die zulässige Tragkraft eines Gabelstaplers ist keine feste Größe. Sie hängt von verschiedenen Faktoren ab, insbesondere von der Hubhöhe. Viele Anwender gehen fälschlicherweise davon aus, dass ein Stapler mit einer Nenntragfähigkeit von beispielsweise 2.000 kg diese Last bei jeder Hubhöhe sicher bewegen kann. Das Gegenteil ist der Fall: Je höher die Last gehoben wird, desto geringer wird die tatsächlich zulässige Tragkraft. Dieser Artikel erklärt die physikalischen Hintergründe, zeigt anhand von Lastdiagrammen, wie man die korrekte Tragfähigkeit ermittelt, und gibt praktische Tipps für den sicheren Umgang mit Elektrostaplern – insbesondere mit modernen BYD Lithium-Ionen-Staplern.

Warum die zulässige Tragkraft mit der Hubhöhe abnimmt(Figur1)

Grundlagen: Was bedeutet zulässige Tragkraft?

Die zulässige Tragkraft (auch Nenntragfähigkeit genannt) ist die maximale Last, die ein Gabelstapler unter definierten Bedingungen sicher aufnehmen, transportieren und stapeln kann. Sie wird vom Hersteller für jeden Staplertyp festgelegt und bezieht sich auf einen bestimmten Lastschwerpunkt sowie eine bestimmte Hubhöhe. Der Lastschwerpunkt ist der Abstand von der Gabelvorderkante bis zum Schwerpunkt der Ladung. Standardmäßig wird dieser Abstand mit 500 mm (oder 600 mm bei größeren Staplern) angenommen. Weicht die tatsächliche Last von diesen Bedingungen ab, reduziert sich die zulässige Tragkraft.

Die Nenntragfähigkeit ist also kein Freibrief, sondern nur unter genau definierten Bedingungen gültig. Wer schwere Lasten hoch stapelt, muss die Tragfähigkeit anpassen.

Warum die zulässige Tragkraft mit der Hubhöhe abnimmt(Figur2)

Physikalische Ursache: Das Hebelgesetz und die Schwerpunktverlagerung

Die Abnahme der Tragkraft mit der Hubhöhe lässt sich physikalisch mit dem Hebelgesetz erklären. Ein Gabelstapler wirkt wie eine Waage mit zwei Armen: Auf der einen Seite steht das Gegengewicht (bei Elektrostaplern die schwere Batterie), auf der anderen Seite die Last. Der Drehpunkt ist die Vorderachse.

Je weiter die Last vom Drehpunkt entfernt ist, desto größer ist das Drehmoment, das sie erzeugt. Wird die Last angehoben, verschiebt sich ihr Schwerpunkt nach vorn und oben. Dadurch vergrößert sich der Hebelarm, und das Kippmoment nimmt zu. Gleichzeitig verlagert sich der Gesamtschwerpunkt des Staplers nach vorn. Um ein Kippen nach vorn zu verhindern, muss das Gegengewicht ausreichend dimensioniert sein – oder die Last muss reduziert werden.

Aus diesem Grund gibt der Hersteller in der Regel eine Tragfähigkeitskurve an, die angibt, wie viel Last bei welcher Hubhöhe und welchem Lastschwerpunkt maximal zulässig ist.

Warum die zulässige Tragkraft mit der Hubhöhe abnimmt(Figur3)

Der Lastschwerpunkt und seine Bedeutung

Der Lastschwerpunkt ist neben der Hubhöhe der zweite kritische Parameter. Er beschreibt den Abstand von der Gabelvorderkante zum Schwerpunkt der Last. Standardmäßig wird ein Lastschwerpunkt von 500 mm angenommen. Liegt der Schwerpunkt weiter vorn, z. B. bei langen oder unhandlichen Gütern, verringert sich die zulässige Tragkraft erheblich. Ein Beispiel: Ein Stapler mit 2.000 kg Nenntragfähigkeit bei 500 mm Lastschwerpunkt kann bei 600 mm nur noch etwa 1.800 kg heben, bei 700 mm sogar nur noch 1.600 kg.

Es ist daher unerlässlich, den tatsächlichen Lastschwerpunkt zu kennen und die Tragfähigkeit entsprechend anzupassen.

Warum die Hubhöhe die Tragfähigkeit reduziert

Die Hubhöhe beeinflusst die Standsicherheit des Staplers direkt. Wenn die Gabeln angehoben werden, steigt der Schwerpunkt der Last und des gesamten Systems nach oben. Der Stapler hat einen sogenannten Stabilitätsdreieck: Die Verbindungslinien zwischen den Auflagepunkten der Räder. Der Gesamtschwerpunkt muss innerhalb dieses Dreiecks bleiben, um ein Umkippen zu verhindern. Bei hoher Hubhöhe wandert der Schwerpunkt nach oben und vorn, wodurch sich die Grenze des Stabilitätsdreiecks schnell erreichen lässt.

Zusätzlich kommt der Effekt des dynamischen Kippens: Beim Beschleunigen, Bremsen oder Kurvenfahren wirken Fliehkräfte, die das Kippmoment verstärken. Je höher die Last, desto gefährlicher werden diese dynamischen Einflüsse.

Deshalb schreiben Hersteller vor, dass ab einer bestimmten Hubhöhe die Last zu reduzieren ist. Oft wird auch empfohlen, bei hohen Hubhöhen den Mast nach hinten zu neigen, um den Schwerpunkt in Richtung Stapler zu verlagern.

Das Lastdiagramm richtig lesen

Jeder Gabelstapler verfügt über ein Lastdiagramm (auch Tragfähigkeitsdiagramm genannt), das die zulässige Last in Abhängigkeit von Hubhöhe und Lastschwerpunkt angibt. Das Diagramm hat in der Regel zwei Achsen: Auf der horizontalen Achse ist der Lastschwerpunkt (in mm) aufgetragen, auf der vertikalen Achse die Hubhöhe (in mm). Die Kurven zeigen die maximale Tragfähigkeit.

Ein typisches Lastdiagramm könnte so aussehen:

Hubhöhe (mm)Lastschwerpunkt 500 mmLastschwerpunkt 600 mmLastschwerpunkt 700 mm
0 - 30002000 kg1800 kg1600 kg
3000 - 40001800 kg1600 kg1400 kg
4000 - 50001500 kg1300 kg1100 kg
5000 - 60001200 kg1000 kg800 kg

Diese Werte sind beispielhaft. Immer das individuelle Lastdiagramm des jeweiligen Staplers beachten!

Um das Diagramm zu nutzen, müssen Sie den tatsächlichen Lastschwerpunkt und die geplante Hubhöhe kennen. Suchen Sie den Punkt, an dem sich beide Werte schneiden, und lesen Sie die zugehörige Tragfähigkeit ab. Liegt die Last darüber, ist der Einsatz nicht zulässig.

Weitere Faktoren, die die Tragkraft beeinflussen

Neben Hubhöhe und Lastschwerpunkt gibt es weitere Faktoren, die die zulässige Tragkraft reduzieren können:

  • Anbaugeräte: Zangen, Klammern, Schaufeln oder Gabelverlängerungen verändern den Lastschwerpunkt und erhöhen das Eigengewicht. Die Tragfähigkeit sinkt oft drastisch.
  • Reifenart: Luftreifen, Superelastikreifen oder Vollgummireifen haben unterschiedliche Tragfähigkeiten und beeinflussen die Stabilität.
  • Masttyp: Ein Triplex-Mast mit großer Bauhöhe kann die Resttragfähigkeit bei hohen Hubhöhen stärker einschränken als ein Duplex-Mast.
  • Batteriegewicht: Bei Elektrostaplern dient die Batterie als Gegengewicht. Eine leichtere Batterie (z. B. Lithium-Ionen) kann die Nenntragfähigkeit verringern, wenn sie nicht entsprechend ausgelegt ist.
  • Zustand des Staplers: Verschleiß an Reifen, Gabeln oder Mast kann die Sicherheit beeinträchtigen.

Besonderheiten bei Elektrostaplern und BYD Lithium-Technologie

Elektrostapler haben gegenüber Verbrennungsstaplern einige Besonderheiten. Sie sind oft schwerer, weil sie große Batterien als Gegengewicht mitführen. Moderne Lithium-Ionen-Batterien, wie sie BYD verwendet, sind deutlich leichter und kompakter als herkömmliche Blei-Säure-Batterien. Das kann die Gewichtsverteilung verändern. BYD hat jedoch seine Elektrostapler speziell auf die Lithium-Technologie abgestimmt, sodass die Nenntragfähigkeit erhalten bleibt und sogar Vorteile bei der Standsicherheit geboten werden.

Ein weiterer Vorteil von BYD Lithium-Staplern: Sie liefern konstante Leistung bis zur Entladung, was die Handhabung schwerer Lasten bei hohen Hubhöhen sicherer macht. Zudem entfällt der aufwändige Batteriewechsel, und die Wartung ist geringer.

Bei Elektrostaplern mit Lithiumbatterie ist besonders darauf zu achten, dass die Batterie als Gegengewicht korrekt dimensioniert ist. Wird eine leichtere Batterie nachgerüstet, kann sich die zulässige Tragkraft reduzieren. Im Zweifel Herstellerangaben prüfen oder Rücksprache halten.

Praktische Tipps für sicheres Arbeiten mit hohen Hubhöhen

  • Kennen Sie die Nenntragfähigkeit Ihres Staplers und das Lastdiagramm.
  • Ermitteln Sie vor jedem Hub den tatsächlichen Lastschwerpunkt.
  • Reduzieren Sie die Last, wenn Sie höher als die Standardhubhöhe stapeln.
  • Neigen Sie den Mast bei hohen Hubhöhen leicht nach hinten, um den Schwerpunkt zu verlagern.
  • Vermeiden Sie ruckartiges Beschleunigen, Bremsen und Kurvenfahren mit angehobener Last.
  • Verwenden Sie keine ungeeigneten Anbaugeräte ohne Anpassung der Tragfähigkeit.
  • Schulen Sie Ihr Personal regelmäßig im sicheren Umgang mit Gabelstaplern.
  • Beachten Sie die Herstellerangaben – insbesondere bei Elektrostaplern mit Lithiumbatterie.

Fazit: Sicherheit geht vor

Die zulässige Tragkraft eines Gabelstaplers nimmt mit der Hubhöhe ab. Das ist keine Willkür des Herstellers, sondern Physik: Der Schwerpunkt verlagert sich, der Hebelarm wird länger, das Kippmoment steigt. Wer schwere Lasten hoch stapelt, muss die Tragfähigkeit reduzieren. Lastdiagramme sind das entscheidende Hilfsmittel, um die sichere Belastung zu bestimmen.

Moderne Elektrostapler, insbesondere mit BYD Lithium-Ionen-Technologie, bieten hier Vorteile durch konstante Leistung und optimierte Gewichtsverteilung. Dennoch gilt: Immer die Herstellerangaben beachten und im Zweifel den Fachmann fragen.

Für weitere Informationen zu BYD Elektrostaplern und Lithiumbatterie-Technologie kontaktieren Sie uns unter info@bydfork.com.

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